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Teilleistungsstörungen und Lerntherapie
Therapie bei Teilleistungsstörungen
Auf der Basis einer genauen Diagnose wird ein Förderplan erstellt,
der fortlaufend überprüft und gegebenenfalls aktuellen Bedingungen
angepasst wird.
Mitunter liegen dem Therapeuten nur die Ergebnisse einer Testung auf Teilleistungsstörung
vor, dann muss zur Entwicklung eines Förderplanes eine sog. Förderdiagnostik
durchgeführt werden. Zudem müssen bei den meisten Tests zur
Diagnose einer Teilleistungsstörung Aufgaben in einer bestimmten
Zeit gelöst werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass derjenige,
der den Test durchführt, aus Gründen der Testdurchführung
nicht zwischendurch nachfragen kann, aus welchen Gründen das Kind/der
Jugendliche zu diesem Ergebnis kommt. Doch nur die genaue Kenntnis, wie
das Kind denkt und warum es zu diesem Ergebnis kam, ermöglicht es,
die Ermittlung des individuellen Lernstandes und damit den Ausgangspunkt
der Förderung festzulegen.
Bei einer Förderdiagnostik geht es also nicht darum, die Fähigkeiten
des Kindes oder Jugendlichen in Relation zur Altersgruppe/Klassennorm
zu setzen, sondern individuelle Lernprobleme zu erfassen, um darauf aufbauend
einen Förderplan zu erstellen.
Ein Förderplan sollte für drei Bereiche erstellt werden:
- 1. Bereich:
Übungsbehandlung der Teilleistungsstörung durch ein systematisches
Lernprogramm (Lesen und Rechtschreiben erlernt man durch Lesen und Rechtschreiben,
Rechnen durch Rechnen!)
- 2. Bereich:
Unterstützung des Kindes/Jugendlichen bei der psychischen Bewältigung
der Teilleistungsstörung
- 3. Bereich:
Übungsbehandlung von Basissymptomen (z.B. Konzentration,
Visuomotorik, Sprache, Wortschatz etc.)
Bei der Planung über einen gewissen Förderzeitraum müssen
die Grobziele in Feinziele unterteilt werden. In einem Gespräch mit
dem Kind/Jugendlichen sollten die Ziele für einen begrenzten Zeitraum
erarbeitet werden, da nur so ein Erfolg für das Kind sichtbar werden
kann. Grobziele lassen sich in der Lerntherapie meist nicht in acht Wochen
oder drei Monaten erreichen, die Unterteilung in kleinere Ziele ist deshalb
nicht nur für die Therapieplanung wichtig, sondern auch für
Eltern und Kind, um Fortschritte zu dokumentieren und Vertrauen in die
eigenen Fähigkeiten wieder herzustellen.
Der verantwortungsvolle Therapeut wird nur Therapiemethoden einsetzen,
deren Wirksamkeit wissenschaftlich korrekt überprüft wurde.
Sog. alternative Verfahren können diesen Nachweis nicht erbringen.
Muster eines individuellen Förderplanes
| Zeitraum September bis Dezember 2010 |
| Welches Ziel hat das Kind für diesen Zeitraum?
"Ich will alle Buchstaben kennen und schreiben können." |
| Bereich Lesen - Buchstabenkenntnis |
Bereich: Basissymptome - Raumlage, Lautanalyse und -synthese |
Bereich: Psych. - Vertrauen in eigene Leistungsfähigkeit |
Vorhandenes Wissen/ Stärken/Ressourcen
- Kennt die Vokale und kann sie auch schreiben
- Keine a/e Verwechselung
- Kann Konsonanten m, k, l, n, s, t, h sicher
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Vorhandenes Wissen/ Stärken/Ressourcen
- Kann An- und Auslaut mündlich sicher bestimmen
- Kann in Silben segmentieren
- Unterscheidung oben/unten + vor/hinter gelingt
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Vorhandenes Wissen/ Stärken/Ressourcen
- Freut sich, dass das Nachbarkind jetzt in seiner Klasse ist und
sie zusammen morgens gehen können.
- Kommt in die Schwimmgruppe der "Besseren" n.d. Ferien
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Defizite/Probleme
- Laut-Buchstaben-Zuordnung gelingt nicht bei allen Buchstaben sicher
- Verwechselt b - d, p - q sowie f - w
- Liest unbekannte Wörter buchstabenweise
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Defizite/Probleme
- Verwechselt b - d, p - q sowie f - w beim Schreiben!!!
- Links und rechts im Spiel nicht sicher
- Auditive Merkfähigkeit eingeschränkt / Mottier
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Defizite/Probleme
- Unglücklich über die Rückstufung in die erste Klasse
- Hält sich für "doof
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Förderziele/Teilziele
1. Lesen von Silben
2. Lesen einfacher lautgetreuer Wörter aus KV-Silben (verschleifen!!!!)
3. Lesen einfacher lautgetreuer Sätze
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Förderziele/Teilziele
- Links und rechts einüben
- Auditive Merkfähigkeit steigern
- Lautsynthese / -analyse mdl. Verbessern
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Förderziele/Teilziele
- Vertrauen in eigene Leistungsfähigkeit wieder herstellen
- Erfolge über Wiederholen der bekannten Buchstaben in den ersten
Stunden
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Materialien/Methoden
Kieler Leseaufbau mit Lautgebärden
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Materialien/Methoden
- Spiele zu rechts links
- Wörter nachsprechen
- Übungen zur Silbenanalyse und -synth. (Trainingsbuch XXXX)
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Materialien/Methoden
- Verstärkerprogramm
- Protokollieren der steigenden lesegeschwindigkeit
- Geschichten schulischer Erfolge suchen
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| Lernzielkontrolle: Letzte Stunde vor den Ferien: 3minütiges
Lesen ungeübter Wörter, alle Buchstaben schreiben und evtl.
Schreiben einer diagnostischen Bilderliste |
Auch der Stundenverlauf in der Lerntherapie sollte protokolliert werden,
um die Erfolge festzuhalten, aber auch Abweichungen vom Therapieplan begründen
zu können.
Muster einer Dokumentation:
Dokumentation des Förderverlaufes
Kind: Maria Schmidt, geb. 00.00.00
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Datum
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Konkrete Teilziele |
Materialien/Methoden in der Übungsstunde |
Vertiefende häusliche Übung |
Ziel erreicht?/
Bemerkungen |
01.09.
2XXX
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Konkrete Teilziele
- Kennenlernen
- Therapieraum erkunden/Rechts-links
- Wiederholen /Vertrauen in eigene Leistung/Lob der vorhandenen
Kenntnisse
- Lautsynthese und -analyse
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- Erzählen von den Sommerferien
- Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist (links von)
- Aus der Buchstabenkiste bekannte Buchstaben suchen, anschließend
Lautgebärden der Vokale kennenlernen
- Ratespiel/ abwechselnd: Welchen Vokal habe ich?
- Vokale kneten
- Ratespiel: Welchen Vokal hörst du im Wort ? (Einsilber)
- Spiel: Rate, was ich meine
( mit 2 Silbern
se-ro [~Rose])
und Vokale bestimmen
- Abschluss: Alle heute geübten Vokale aus der Weingummi-Buchstabenkiste
holen und aufessen
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Das Kind soll der Mutter die Lautgebärden für
die Vokale beibringen. Ich kontrolliere beim nächsten Mal, ob
Mama alles kann!!! |
Begriff Lautgebärden sehr schnell, kann beim nächsten
Mal vielleicht zwei Konsonanten machen
Musste beim Spiel zur Lautsynthese etwas zu lange überlegen
bei rechts - links auch
weiterüben auf diesem Niveau!!!
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Einen kostenlosen Download zur Erfassung der Lernausgangslage bei der
Einschulung und des individuellen Lernstandes für die erste bis sechste
Klasse bietet der Lernserver von Berlin-Brandenburg unter: http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/ilea.html
an.
Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP), Alexandra Berglez:
Wie kann ich meinem Kind mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) helfen?
www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Schule/s_1147.html
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